Bastards spielen starkes Strandturnier

Eine kurzfristige Absage von unserem Beachsoccerkönig Totti führte zu einem improvisierten, im Endeffekt genialen Schachzug des Sportdirektors Sasa Medan, der zwei Stranddebütanten aus seiner Heimatstadt einlud, um dem masochistischen Erlebnis des ohne-Reservisten-Spielens entgegenzutreten. Danilo Jovic und Igor Sekulic setzten sich in Mannheim ins Auto und überbrückten einfach mal eben 800 Kilometer, um in vier zwanzigminütigen, verregneten Spielen auf der ersten Etappe der Beachsoccertour des Landesfußballverbands Mecklenburg-Vorpommern in Neustadt-Glewe auszuhelfen.

Bastards in Neustadt-Glewe, 2017
Bastards in Neustadt-Glewe, 2017

Beide erlebten ihr erstes Mal ausgerechnet gegen einen Topverein des Beachsoccer, nämlich die Rostocker Robben. Die Rostocker hatten nicht überraschenderweise die Initiative, die Debütanten agierten zunächst etwas schüchtern, doch genossen den aktiven Part der dominanten Beachboys von der Ostsee zunehmend mehr und mehr und wurden am Ende definitiv angesteckt.

Lange stand es 0:0, Mitte der zweiten Halbzeit trafen die Robben nach einem sehenswerten Konter. Keine zwei Minuten vor Abpfiff spielte sich das Alter Ego des Sportdirektors, Medan Ibrahimovic, frei und hatte die Riesenchance zum Ausgleich auf dem nackten Fuß, doch die Vorstellung der schockierten Gesichter der Ostseeboys erschreckte auch Ibrakadabra, und er hexte den Ball tatsächlich noch am Pfosten vorbei. Ob der bedrohlichen Lage für die Robben, die bei einem Unentschieden wohl zum Rapport bei ihrem am Spielfeldrand mal singenden, mal brüllenden 3-Meter-Hünen hätten antanzen müssen – und auch die Bastards den Anblick der Konsequenzen eines solchen Rapports nicht hätten ertragen können, schoss man sich am Ende sicherheitshalber zwei Dinger noch selber rein, sodass am Ende alles seinen routinierten Gang weitergehen konnte und die Welt sich in ihrer gewohnten Ordnung weiterdrehen konnte.

Im zweiten Spiel fertigten die Bastards FC Wacker Durchsaufen locker vom Hocker 6:0 ab. Daraufhin folgte ein weiterer Knüller: der Copenhagen Beach Soccer Club, späterer Finalist gegen die Robben, besiegte unser Team erst spät und viel zu hoch – lange lag man nur 0:1 zurück, 120 Sekunden vor Ende war der Spielstand noch 1:3, aufgrund völlig indisponierter 2 Minuten am Ende dann 1:6 – man schlug sich mehr als tapfer. Die Gäste aus Dänemark waren nämlich eine echte Hausnummer.

Die Tatsache, dass uns die Losfee zwei brutale Gegner in die Gruppe einbrockte, war die ideale Vorbereitung für den Höhepunkt des Turniers – den einminütigen Sonnenschein unmittelbar nach Abpfiff unseres Sieges im Spiel um Platz 5. Man traf auf die Logger in Jogger aus Rostock und spielte famos. Der Gegner war gut und immer gefährlich, doch Franco hielt Unhaltbares, Matzepeng lief wie gewohnt alles ab, sogar Patrick unterstützte ihn dabei, die beiden Mannheimer neutralisierten ihre Unerfahrung im Sand mit enormem Spielverständnis und einer nicht nur für Mitt-End-Dreißiger beneidenswerten Fitness, und wie geil Pasquale ist, kann man sich in einem Facebookvideo dieses Spiels auf der Seite des LFV MV ansehen.

Nach einem 0:1-Rückstand zur Pause drehte man das Spiel zu einer 2:1-Führung, die Rostocker schlugen zurück und führten erneut. Die Wiedereinwechslung von Zlatan zwei Minuten vor Schluss beim Spielstand von 2:3 leutete ein letztes Her im Hin und Her dieser Partie ein, sodass er mit zwei Treffern den 4:3-Sieg untermauerte.  (Patrick schoss eine Dreiviertelsekunde nach Abpfiff auch noch ein Tor, doch wie die Turnierleitung eindeutig betonte: „TREFFER ZÄHLT NICHT MEHR!!“). Dann kam tatsächlich die Sonne raus. Für ungefähr eine Minute.

Anschließend ging man nackt baden, bekam dafür Ärger von der Bademeisterin (was der westliche Kapitalismus nicht alles zerstört…) und analysierte den geilen Tag bis es wieder hell wurde bei Fleisch und Bier und so bei Franco aufm Grundstück.

Die unehelichen Kinder waren zu Hause auf dem Strand mit Flying Franco (1 geiles Freistoßtor), Dr. Peng (2 Tore), Pasquale, Patricio Palcici (1 TREFFER ZÄHLT NICHT MEHR), Danilo (1 Tor), SexySekulic (2 Tore) und Medan Ibrahimovic (Cinque Golani).

Wir sehen uns auf Usedom in drei Wochen!