Wölfe zeigen Zähne – Bastards auch in der kommenden Saison Berlinligist

Das Zähnezeigen und der Klassenerhalt haben keinen direkten, aber unter Beachtung verschiedener Umstände, einen zwar umwegartigen, dennoch kausalen Zusammenhang.

Wir haben es geschafft, trotz permanenter Kanterniederlagen bei Laune zu bleiben, haben uns nie gegenseitig angeschissen, auch bei Niederlagen von 1:17 oder 6:26 kaum Fouls begangen, geschweige denn gelbe Karten kassiert. Den Gegner zu beschimpfen, wie so manch anderer (wobei angemerkt werden muss, dass die Mitspieler des Beschimpfenden Größe zeigten und sich für diesen hirnlosen und komplett unbegründeten Ausfall im Namen des Teams entschuldigten) fiele uns nicht in den Sinn. Solche wollten auch schon bei uns anheuern, wurden trotz ihrer spielerischen Klasse aber diskret wegberaten. Folgerichtig führen wir zwei Spieltage vor Feierabend die Fairnesstabelle mit einer gelben Karten und damit acht weniger als der zweite an. Unser Sportsgeist hat dazu geführt, dass wir stets mindestens sechs Leute zusammengekratzt und auf diese Weise den Klassenerhalt geschafft haben – zwei Vereine schafften dies nicht und mussten abmelden. Wir bleiben dabei. Und wir werden auch im Frühling versuchen, Woche für Woche Spaß daran zu haben, gegen junge, schnelle und technisch starke Superfußballer Futsal zu spielen – völlig unabhängig vom Endergebnis. Dass wir aber dabei kein einfacher Punktelieferant sein werden, kündigten die letzten beiden Spieltage an. Gegen Grünau spielten wir im ersten Novembermatch 3:4. Dafür ließen wir aufgrund akuten Spielermangels zwei Bastards-Urgesteine aus nicht etwa früheren, sondern frühen HTW-Zeiten, Jens Wagner und Martin Zietzschmann, aus der Versenkung hervorholen, machten für unseren Trainingspartner vom Roten Stern Nordost, Alessandro Siano, einen Spielerpass, steckten Schatzmeister Mathias Sander ins Tor, ließen den ausgewanderten Frank Reinhardt von der Ostsee einfahren.

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BeachBastards – Grünau 3:4 

Die oben angeführten Worte haben nichts mit Eigenlob zu tun. Vielleicht auch das. Doch vielmehr soll gezeigt werden, dass sich im Sport nicht alles um Training, Fitness, Aggressivität und quasi-professionelles Auftreten dreht. Ohne Trainer und eine rein kumpelhafte, hierarchisch absolut horizontale bzw. anarchische Vereins- und Teamstruktur, die größtenteils total wilden Futsal mit sich bringt, haben wir auf diesem Niveau sportlich, realistisch gesehen, keinerlei Chancen. Der unbändige Wille aber, wenn man schon einen Verein angemeldet hat, jeden Spieltag ein Team aufzubieten und somit Respekt gegenüber der Idee des Sports, sowie gegenüber jedem einzelnen Ligateilnehmer zu zeigen, hat sich als entscheidender Faktor für den Klassenerhalt entpuppt. Darauf sind wir stolz. So stolz, dass wir für die ausstehenden beiden Spiele sogar fast das erlaubte Maximum an 12 Spielern aufbieten dürfen. So stolz, dass wir gestern gegen den Vorrundenmeister, das Top-Team von 1894, definitiv Zähne zeigten und uns, wie uns einige Zuschauer versicherten, nicht über den Punkt freuen, sondern über einen nicht realisierten Sieg ärgern sollten. Der Ergebnisverlauf zeigt das verrückte Hin und Her.

Team: Sander – Reinhardt, Wagner, Zietzschmann, Siano, Winkler.

Tore: Winkler, Reinhardt,  Zietzschmann.

1894 – BeachBastards 6:6 (3:1)

Hinten verteidigte man mit riesigem Kämpferherz mit Mann und Maus, und nachdem das Spiel wieder offen war vergaben Sander (2) und Medan (3) reihenweise Chancen, einen sensationellen Sieg einzufahren.

Team: Farbod – Palcic, Sander, Franz, Schuster, Balz, Abraham, Medan.

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 1894, 3:1 Abraham (Medan), 4:1 1894, 4:2 Medan (Palcic), 4:3 Franz (selbstständig erobert), 4:4 Palcic (Abraham), 4:5 Medan (Schuster), 5:5, 6:5 1894, 6:6 Medan (selbstständig erobert).